4. August 2009
Nachdem in den vergangenen Jahren Hochkaräter wie Chelsea, Aston Villa oder Portsmouth Modifikationen an ihren alten oder gar komplett neue Vereinswappen vorgestellt haben, wurden in der aktuellen Sommerpause etwas weniger prominente Clubs aktiv. Doch auch diese kreativen Ergüsse verdienen selbstverständlich besondere Beachtung:
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Eher moderat kommen die Änderungen am erst zwei Jahre alten Signet von Derby County daher. Das protzige Gold passt augenscheinlich nicht mehr zum Selbstverständnis des Zweitligisten aus den Midlands. Bis zum nächsten Aufstieg?
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Altbacken, langweilig und wenig innovativ – doch das das alte NCFC-Logo mit dem offensichtlich aus einer Clipart-Sammlung stammenden Fußball war auch nicht besser. Dass Neo-Trainer „Horny Sven“ Göran Eriksson beim Gestaltungsprozess seine flinken Finger mit im Spiel hatte, ist aber nur ein übles Grücht.
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In Luton muss man sich immer noch von einer apodiktischen Bestrafung der Football League und den damit verbunden Folgen erholen. Rekordverdächtige 30 Punkte wurden den Hatters in der Vorsaison abgezogen, der Abstieg aus dem „League“ genannten Profifußball war so natürlich nicht zu verhindern.
Doch jedem Anfang wohnt bekanntlich auch ein gewisser Zauber inne, und was würde dem Neustart in der fünftklassigen Conference besser zu Gesicht stehen, als ein aufgefrischtes Vereinswappen? Klarer und moderner wirkt es, was vor allem der Typographie geschuldet ist. Böse Anhänger-Zungen behaupten allerdings, dass die orangefarbenen Flächen im Zentrum vom neuen Hauptsponsor aus der Gilde der Billigflieger diktiert wurde.
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England, Heraldik | Mit Tag(s) versehen: 30 Punkte, Branding, Championship, Conference, Derby, Derby County, Design, England, Gestaltung, kreativ, League Two, Logo, Luton, Luton Town, Markenzeichen, Midlands, Nottingham, Notts County, Re-Design, Redesign, Relaunch, Signet, Wappen |
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Verfasst von stadioncheck
31. Dezember 2008
Zum Abschluss eines ereignisreichen (Fußball-)Jahres gibt es noch eine nette Geschichte von der Insel zu erzählen:
Der Darlington FC ist ein chronisch erfolgloser Viertligist aus dem Nordosten Englands. Das muss sich ändern, dachte sich Anfang des Jahrtausends wohl der damalige Chairman George Reynolds. Und was macht ein ambitionierter Vereinsboss in so einer Situation? Richtig, er plant den Bau eines neuen Stadions auf der grünen Wiese. Klotzen statt kleckern lautete offensichtlich die Devise des mittlerweile 71-jährigen Geschäftsmannes, dem ein ausnehmend halbseidener Ruf vorauseilt. Statt, wie üblich auf diesem sportlichen Level, 8 000 – 12 000 (mit der Möglichkeit einer späteren Erweiterung im Erfolgsfall) sollte das Prachtstück satte 25 500 Fans aufnehmen können.
2003 konnte die Einweihung gefeiert werden, Kostenpunkt: 20 Millionen britische Pfund. Doch damit nicht genug – auf sage und schreibe 60 000 Plätze wollte er sein Baby ausbauen, sollte der Verein erst einmal die Premier League erreicht haben. Gänzlich unbescheiden zeigte sich der kühne Visionär auch bei der Namensgebung (s. Hopp, Dietmar): „Reynolds Arena“ lautete die erste offizielle Bezeichnung des Schmuckkästchens. Immerhin 11 600 Menschen wohnten dem Eröffnungsspiel gegen die Kidderminster Harriers bei. So viele kamen danach nie wieder. Nicht einmal annähernd. Die durchschnittlichen Zuschauerzahlen seit dem Umzug lesen sich ernüchternd:
- 2003/2004: 5 022 (League Two)
- 2004/2005: 4 083 (League Two)
- 2005/2006: 4 199 (League Two)
- 2006/2007: 3 819 (League Two)
- 2007/2008: 3 818 (League Two)
Bereits im April 2004, ein Dreivierteljahr nach seiner feierlichen Eröffnung, erhielt das Stadion den neuen, äußerst originellen Namen „The New Stadium“. Was war passiert? Darlington musste im Dezember 2003 Insolvenz beantragen und nur kurze Zeit später wanderte Reynolds, mittlerweile selbst bankrott, zudem wegen Geldwäsche hinter schwedische Gardinen. Der einst gefeierte Sonnenkönig hinterließ einen Scherbenhaufen.
Zwar hat sich die Lage inzwischen stabilisiert, doch nach wie vor schweben finanzielle Probleme und eine überschaubare sportliche Perspektive wie ein Damoklesschwert über den „Quakers“. Die Spielstätte firmiert mittlerweile unter einem kryptischen Sponsorennamen, bereits der dritte in der Post-Reynolds-Ära. Der Immobilienkönig George Houghton leitet momentan die Geschicke des angeschlagenen Clubs. Und was macht ein ambitionierter Vereinsboss in so einer schwierigen Situation? Richtig, er träumt von Zusatzeinnahmen, etwa durch ein Stadionhotel, VIP-Logen oder die Vermietung von Verkaufsflächen. Um dafür Platz zu schaffen müsste lediglich eine Tribüne des Stadions abgerissen werden. Der schicke All-Seater sei sowieso zu groß. Selbst in der zweiten Liga könne Darlington keine 25 000 Zuschauer mobilisieren, gibt Houghton zu bedenken. Eine nicht besonders gewagte These, angesichts einer Kapazitätsauslastung von unter 17 % über die letzten fünf Jahre. Die Frage, woher auf einmal die Massen an VIPs und Hotelgästen zu einem erwiesenermaßen unattraktiven Provinzclub strömen sollen, ließ der Präsident allerdings offen.
Die Fans spaltet dieses Vorhaben in zwei Lager. Viele haben Bedenken, dass sich die Atmosphäre bei Heimspielen durch den Umbau drastisch verschlechtern könnte. Wobei verwaiste VIP-Logen wohl auch nicht unbedingt weniger Stimmung machen dürften als 20 000 nicht besetzte Sitzschalen.
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England, Kurioses, News, Stadien | Mit Tag(s) versehen: England, Ground, League Two, Neubau, Rückbau, Stadien, Stadion, Umbau |
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Verfasst von stadioncheck