Heute: Entscheidung über Fußballmuseum-Standort

25. April 2009

+++ Update +++

Wie vermutlich eh schon jeder mitbekommen hat: Gelsenkirchen hat verloren. Herzlichen Glückwunsch an die andere Stadt!

Spaß beiseite – über die Gründe der Niederlage könnte man nun sicher stundenlang diskutieren. Lag es an den technischen Problemen während der Präsentation? Sind die Proteste der Gelsenkirchener Amateurfußballer den DFB-Relevanten übel aufgestoßen? War, wenn auch kaum vorstellbar, das Konzept der Gewinnerkommune einfach das Bessere? Wir werden es wohl nie erfahren.

Noch länger könnte darüber gestritten werden, ob eine offizielle DFB-Einrichtung in der eigenen Stadt überhaupt so eine tolle Sache wäre…

+++ Update Ende +++

Wie wir an dieser Stelle bereits berichtet haben, fällt am heutigen Freitag auf dem außerordentlichen Bundestag des DFB in Düsseldorf die Entscheidung, ob das nationale Fußballmuseum an Gelsenkirchen oder eine andere Stadt im Ruhrgebiet (s. google) vergeben wird. Derwesten.de bietet sogar einen live-Ticker an.


Christoph Street Day

20. April 2009

Nach wie vor hat sich kein Profifußballer in Deutschland offen dazu bekannt, homosexuell zu sein. Für Christoph Daum jedenfalls sind Schwule

normale Kumpels.

Ferner befürwortet der Trainer des 1. FC Köln ausdrücklich ein mögliches Outing:

Ich bin für das Coming-Out von schwulen Fußballern. [...] Wenn ein Profi zu mir käme und sich outen würde, würde ich ihn unterstützen.

Erstaunlich! Ist es doch noch nicht einmal ein Jahr her, dass sich der Kumpel-Typ in einer TV-Dokumentation über den Umgang mit Homosexuellen in der Nachwuchsarbeit folgendermaßen geäußert hat:

Ich hätte da wirklich meine Bedenken, wenn dort von Theo Zwanziger irgendwelche Liberalisierungsgedanken einfließen sollten. Ich würde den Schutz der Kinder über jegliche Liberalisierung stellen.

Da hat sich in der total verrückten Spaßmetropole am Rhein offenbar ein bemerkenswerter Gesinnungswandel vollzogen. Oder auch nicht.

Getz ma ehrlich, Christoph den PR-Berater gewechselt? Oder einfach nur den Stoff?


WM 2010: Stadien werden nicht fertig

31. März 2009

Original-Zitat von Horst R. Schmidt am 30.03. in „Bundesliga Aktuell“ (DSF):

Es besteht keine Gefahr mehr einer rechtzeitigen Übergabe der Stadien.

Oder was könnte der FIFA-Berater sonst damit gemeint haben?

Alle Stadien zur WM 2010 findet man bei Southafrika2010.de.


Fußballmuseum: Entscheidung fällt erst im April

23. Februar 2009

Im Sportteil der gedruckten WAZ-Ausgabe vom 21.02. sorgt DFB-Generalsekretär Wolfgang Niersbach in einem ausführlichen Interview für etwas mehr Klarheit in der unübersichtlichen Debatte um den Standort des Nationalen Fußballmuseums.

Nachdem der endgültige Entschluss zunächst bereits im vergangenen Jahr gefasst werden sollte und dann auf Ende Januar verschoben wurde (wir berichteten), nennt Niersbach nun den 24. April als verbindlichen Termin. An diesem Tag findet in Düsseldorf ein außerordentlicher Bundestag des weltweit größten Einzelsportverbandes statt. Insofern ist diese Aussage also durchaus als glaubwürdig anzusehen.

Fragt sich nur, welche Kommunen sich jetzt überhaupt noch Chancen ausrechnen dürfen. Wurde im November 2008 noch gemeldet, Gelsenkirchen und Dortmund seien nach dem Ausscheiden von Oberhausen und Köln die lezten beiden verbliebenen Kandidatenstädte, brachte sich die Domstadt im Januar auf ihrer offiziellen Internetpräsenz selbst wieder ins Gespräch.

Nun liegt es vermutlich in der Natur des Kölners, sich stets etwas wichtiger zu nehmen, als er tatsächlich ist. Der gebürtige Düsseldorfer Niersbach erteilt jedenfalls allen eventuell neu entfachten Hoffnungen eine klare Absage :

waz-ausschnitt01


Hauptsache, die Quote stimmt

14. Februar 2009

Verstößt das finanzielle Engagement des Dietmar Hopp bei der TSG 1899 Hoffenheim gegen die Regularien der Bundesliga? Hat Hopp mehr Einfluss als erlaubt?

Diese Suggestivfragen feuerte ein mehr oder weniger bekannter Anbieter von Online-Sportwetten am gestrigen Freitag in einer Pressemitteilung ab. Weiter:

Ein Punktabzug für den Aufsteiger im Rahmen einer offiziellen Untersuchung durch die DFL wäre für PartyBets allerdings eine große Überraschung – die Quote ist daher mit 50,00 entsprechend hoch. Und ein Zwangsabstieg der Hoffenheimer ist mit einer Quote von 100,00 fast so wahrscheinlich wie die Entdeckung außerirdischen Lebens auf dem Mond [...]

Dem Knüllerangebot war ein Interview von Welt Online mit Hans-Joachim Watzke vorausgegangen. So ganz Unrecht hat der Boss der Gelben mit seinen Aussagen natürlich nicht,  trotzdem sind sie irgendwie putzig. Ist es doch noch nicht einmal vier Jahre her, dass die DFL sämtliche Augen zugedrückt und komplett von Sanktionen gegen einen am Rande der selbstverschuldeten Insolvenz herumpfuschenden Verein Kapitalgesellschaft abgesehen hat. Außerdem dürfte jedem Realo klar sein, dass irgendwelche Untersuchungen nicht einmal ansatzweise den Interessen des Ligaverbandes entsprechen.

Angesichts der Hoppschen Reaktion samt reflexartiger Unterstützung aus der Schneise, einer ereignisreichen Hinrunde sowie dieser grotesken Veranstaltung – bemerkenswertestes Ergebnis: Das unwichtigste Spiel im Rahmen eines absolut belanglosen Events wird im neuen Sinsheimer Schmuckkästchen™ stattfinden – drängen sich doch viel interessantere Spezialwetten auf:

Das DFB-Pokalfinale der Frauen wird ab 2011 nicht mehr in Berlin ausgespielt – neuer Austragungsort?

Zentralstadion Leipzig: 4,00
Staatsbank-Arena Frankfurt: 3,00
Rhein-Neckar-Arena Sinsheim: 1,50
irgendein anderes Stadion: 50,00

Dietmar Hopp wird vom CEO einer nicht unbedeutenden Weltreligion noch zu Lebzeiten für seine Verdienste um die Menschheit heilig gesprochen?

Ja: 1899,00
Nein, aber verdient hätte er es: 1,0000001

Am 20. Spieltag der 1. Bundesliga besiegt Bayer Leverkusen die TSG Hoffenheim auswärts mit mehr als einem Tor Unterschied?

Ø: 5,75

quoten

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Vorbild Preston: National Football Museum

6. Januar 2009

Wohin vergibt der DFB sein offizielles Fußballmuseum? Diese Frage bewegt bereits seit Monaten die Fans in der Region. Nach dem Ausscheiden von Köln und Oberhausen sind nur noch zwei Kandidaten übrig geblieben: Gelsenkirchen und eine andere Großstadt im Ruhrgebiet. Ende Januar wollen die mächtigen alten Männer in Frankfurt (angeblich) endlich eine Entscheidung treffen. Es bleibt also noch ein wenig Zeit, um den Blick gen Insel zu richten, wo der älteste Fußballverband der Welt eine vergleichbare Einrichtung betreibt:

Die Saison 1888/89 sollte zur erfolgreichsten überhaupt in der wechselhaften Geschichte des Preston North End FC werden. Die allererste Austragung der englischen Fußballmeisterschaft konnte das fortan „The Invincibles“ genannte Team ungeschlagen für sich entscheiden, den FA-Cup sicherten sich die „Unbesiegbaren“ ohne einen einzigen Gegentreffer. Den Cup musste der erste Double-Gewinner zwölf Monate später zwar den Blackburn Rovers überlassen, den Meistertitel konnte die legendäre Truppe aber verteidigen. Danach gewann PNE die Trophäe allerdings nie wieder. Seit über 118 Jahren warten „The Lilywhites“ nun also schon auf den Titel – da soll noch mal jemand über Schalke oder Newcastle lästern.

Der Ruhm dieser frühen Erfolge ist dementsprechend ein wenig verblasst. Der 1881 gegründete Verein hat Jahrzehnte des sportlichen Siechtums hinter sich und schrammte in den 80ern nur knapp am Verlust des Profistatus vorbei. Pünktlich zum Jahrtausendwechsel erlebte PNE allerdings so etwas wie eine kleine Renaissance und die damit verbundene Rückkehr auf die englische Fußball-Landkarte. Als souveräner Meister gelang nach beinahe 20 Spielzeiten der Wiederaufstieg in die zweite Liga, in der sich der Club inzwischen etabliert hat.

Die Football Association hingegen hatte ihren ersten Titelträger offensichtlich nie vergessen. Nicht etwa London, Manchester oder Liverpool, sondern die vergleichsweise kleine Universitätsstadt in der Grafschaft Lancashire wurde als idealer Standort für das nationale Fußballmuseum auserkoren. Und so beherbergt Prestons von 1996 bis 2008 komplett umgebautes Stadion „Deepdale“ seit Februar 2001 die vielleicht beeindruckendste Ansammlung an Fußballdevotionalien überhaupt.

Explizit auf die verschiedenen Exponate einzugehen, würde hier jetzt sicherlich den Rahmen sprengen. Empfehlenswert ist vor allem der Streifzug durch das „First Half“ genannte Erdgeschoss, welches hauptsächlich den Anfängen des Spiels gewidmet ist. Darüber hinaus huldigt die Dauerausstellung „The English Football Hall of Fame“ einer erlesenen Auswahl ehemaliger Spieler und Manager. Eine Etage höher laden interaktive Stationen zum Mitmachen ein. Eine kleine Aussichtsplattform erlaubt außerdem einen tollen Einblick in das Innere der traditionsreichen Spielstätte:

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Alan Kelly Stand, eine der Hintertortribünen

Ein Besuch lohnt sich auf jeden Fall, ganz egal ob zufällig in der Gegend oder ganz bewußt dem runden Leder auf der Insel hinterherjagend. Darüber hinaus ist der Eintritt – es geschehen noch Zeichen und Wunder in der Heimat von Nepp und Abzocke – kostenlos. Bitte nachmachen, lieber DFB.

Und jetzt: Daumen drücken für die Fußballhauptstadt im Pott!