Unersetzlich

10. November 2009

Eigentlich sollte morgen oder übermorgen an dieser Stelle ein  – momentan noch halbfertiger – Text über Torhüter im Karrierknick erscheinen. Mit einem  kurzen Absatz über Robert Enke. Als Beispiel dafür, wie torman mit harter Arbeit und guten Leistungen auch wieder aus einer Talsohle herauskommen kann.

Seine seelischen Tiefs konnte der 8-malige Nationalspieler augenscheinlich nie wirklich hinter sich lassen. Der plötzliche Tod Robert Enkes sorgt für Fassungslosigkeit. Über alle Vereinsgrenzen hinweg. Weil er so bescheiden, intelligent und unschnöselig, ja geradezu wohltuend normal wirkte. Die Fußballwelt hat heute ein großes Stück Menschlichkeit und vor allem einen großen Menschen verloren.

Viel Kraft seiner Familie und seinen Freunden.


Whatever

6. November 2009

Immer dran denken:

„Winning doesn’t really matter as long as you win!“ (Vinnie Jones)

Schönes Wochenende!

Bookmark and Share


Deutschlandkarte 02: Pokalträume

24. September 2009

Analog zur ersten fußballdemographischen Deutschlandkarte möchte ich diesmal die Chancen unserer „Feierabendkicker“ auf eine Teilnahme im DFB-Pokal beleuchten. Oder anders ausgedrückt: Wieviele Amateurvereine dürfen die einzelnen Bundesländer pro Einwohner ins Rennen schicken?

Neben den vier Bestplatzierten der 3. Liga (Zweitvertretungen von Proficlubs dürfen seit einigen Jahren nicht mehr teilnehmen) qualifizieren sich 24 Vereine über die Pokalwettbewerbe der 21 DFB-Landesverbände. In den drei mitgliederstärksten Verbänden – das waren in den letzten Jahren stets Westfalen, Bayern und Niedersachsen – erhält auch der unterlegene Finalist einen Startplatz.

Auch hier hat Bremen wieder mit deutlichem Abstand die Nase vorn:

Land Einwohner Verband1 3. Liga2 Summe Plätze/Ew.
Bremen 0,663 1,00 0,00 1,00 1,508
Saarland 1,037 1,00 0,00 1,00 0,964
Thüringen 2,289 1,00 0,50 1,50 0,655
Meck-Pomm 1,680 1,00 0,00 1,00 0,595
HH 1,771 1,00 0,00 1,00 0,565
RLP 4,046 2,00 0,00 2,00 0,494
SH 2,837 1,00 0,25 1,25 0,441
SA 2,412 1,00 0,00 1,00 0,415
Brandenburg 2,536 1,00 0,00 1,00 0,394
Sachsen 4,220 1,00 0,50 1,50 0,355
Ba-Wü 10,750 3,00 0,50 3,50 0,326
NS 7,972 2,00 0,50 2,50 0,314
Berlin 3,416 1,00 0,00 1,00 0,293
Hessen 6,073 1,00 0,50 1,50 0,247
Bayern 12,520 2,00 1,00 3,00 0,240
NRW 17,997 4,00 0,25 4,25 0,236

1. Startplätze, die dem Bundesland durch die Verbandspokalwettbewerbe zustehen
2. Anzahl der Vereine, die das Land in der dritten Liga stellt / 16 Ligateilnehmer [20 - 4 Zweitvertretungen] * 4 Startplätze

In der beliebten „Wetterkarte“ dominieren diesmal Gelb- und Rottöne:

deutschlandkarte02

Plätze / Mio. Einwohner ≥ 1,00
Plätze / Mio. Einwohner ≥ 0,75
Plätze / Mio. Einwohner ≥ 0,50
Plätze / Mio. Einwohner ≥ 0,25
Plätze / Mio. Einwohner < 0,25

Bookmark and Share


Soccer Fans

18. September 2009

Egal ob Dauernörgler, Sitzplatzhooligan oder Selberspieler:

opas

Schönes Fußballwochenende! (inspiriert durch nolookpass)

Bookmark and Share


Wie ein Titan im Zuchthaus

15. September 2009
Oliver Kahn

Foto: obs/Kinderhilfe Organtransplantation

Oliver Kahn hat nicht nur ein Herz für kranke Kinder (s. Foto links), auch die Schicksale junger Strafgefangener lassen ihn nicht kalt. Jedenfalls ließ es sich der 40-Jährige nicht nehmen, zum Finale des Gefängnis-Fußballturniers „Anstoß für ein neues Leben“ persönlich in der JVA Siegburg vorbeizuschauen.

»Der Erfolg ist die Summe aller Niederlagen«, referierte der ZDF-Experte dort ungewohnt esoterisch. Etwas unpoetischer fiel hingegen die Antwort auf die Frage nach seinem Erfolgsgeheimnis aus: »Ich habe immer wie ein Bekloppter trainiert.«

Das Erstaunlichste an diesem pressewirksamen Auftritt war allerdings die Grandezza, mit der Kahn seinen schnittigen Luxusboliden durch das Eingangstor der Haftanstalt manövrierte. Demnächst taucht der hochsensible Ex-Profi vermutlich mit einer Familienpackung Vanilleeis unterm Arm im Diät-Camp auf.

Für dieses grobe Foul bekam der dreimalige Welttorhüter dann auch umgehend die verdiente und offenbar nicht mehr ganz so frische Quittung präsentiert. Der unbekannte Zelleninsasse hat für diesen punktgenauen Kunstwurf sicher lange geübt. Vielleicht sogar wie ein Bekloppter.

Bookmark and Share


Zweiflügler und Rüsseltiere in Hollenbach

1. September 2009
elefant

© Janine Grab-Bolliger / PIXELIO

Vor gut 20 Jahren begann tief in der württembergischen Provinz die Erfolgsgeschichte eines Sportartikelproduzenten. Was in einer Garage mit vier Trainingsanzügen seinen bescheidenen Anfang nahm, hat sich zum mittlerweile zweitgrößten deutschen Hersteller für Teamsportbekleidung entwickelt.

Preiswerte Trikotsätze + Agieren auf Augenhöhe der Basis (Sportvereine) = Millionenumsätze für JAKO, so lautet die unternehmerische Zauberformel. Während Marketing und Vertrieb also ihre Aufgaben erledigen, läuft es in der PR-Abteilung, sofern vorhanden, scheinbar weniger flüssig:

In einem Artikel hat ein bekannter Fußballblogger das Aussehen des neugestalteten JAKO-Logos auf launige Art und Weise kritisiert. Dieser mittlerweile per Abmahnung ausradierte Blog-Eintrag ist nun auf einem (mir) völlig unbekannten Newsaggregator erneut aufgetaucht.

Das rief wiederum die emsigen JAKO-Anwälte auf den Plan, die dadurch eine von Trainer Baade abgegebene Unterlassungserklärung verletzt sahen. Dass das Zueigenmachen des eigenen Contents durch externe Seiten, sei es durch Zitation oder Indizierung, wohl kaum im Einflussbereich des Urhebers liegt, dürfte nach gesundem Menschenverstand eigentlich klar sein. Eigentlich. Zwischen Jagst und Kocher verlangt man dessenungeachtet aber eine Strafzahlung in Höhe von 5.100,- EUR.

Soweit die Kurzfassung eines ungeheuerlichen Vorgangs, auf den ich erst durch den wirklich lesenswerten Text auf AAS aufmerksam wurde. Erlebt die deutsche Bloogsphäre gegenwärtig nach Jamba und der Bahn das nächste Unternehmen, das in ein zwopunktnulliges PR-Desaster schlittert? Es sieht schwer danach aus.

Soweit hätte es niemals kommen müssen. Selbst an Orten wo kein gesunder Menschenverstand zu Hause ist, kann durch vernünftiges Monitoring und Issues Management das Schlimmste – sprich: ein Negativimage und Schädigung der eigenen Marke – verhindert werden. Der Kommunikationswissenschaftler Klaus Merten definiert Issues Management wie folgt:

IM ist die strategisch geplante Entdeckung, Analyse und Behandlung von unvorhersehbar, aber laufend eintretenden Bedingungen mit latenten öffentlichen Wirkungspotentialen in Form von neuen Schlagworten, Ideen, Themen, Ereignissen oder Problemen, die von den Medien thematisiert werden und in dem Maße soziale Wucht und temporale Dynamik entfalten, in dem handlungsrelevante Bezüge zu Personen, Organisationen und Institutionen hergestellt werden.

Nun stellt sich die Frage, ob ein unliebsamer, aber nur von ca. 400 Menschen gelesener Blogeintrag überhaupt schon ein Issue darstellt. Vielleicht, vielleicht auch nicht. Sicher bin ich mir hingegen, dass es am besten gewesen wäre,

ihn über die eigene Verärgerung zu informieren und meinetwegen auch zu bitten, den Text zu entschärfen oder gar zu entfernen.

Spätestens nach der Löschung des Artikels und der abgegebenen Erklärung hätte das Thema aber abgehakt sein sollen, abgehakt sein müssen. Wie hier aus einer winzigen Issue-Mücke ein riesiger Problem-Elefant  gemacht wird, ist schon abenteuerlich. Da ich durch eine vor etwas über einem Jahr verfasste Seminararbeit einigermaßen im Thema drin bin, erlaube ich mir mal einen altklugen Ratschlag (das Fazit aus besagter Arbeit) an JAKO:

Schlagworte wie „Web 2.0″, „User generated Content“ oder „Social Software“ sind in aller Munde. Blogs im Speziellen und das Internet im Allgemeinen haben für eine Emanzipation des Kunden gesorgt – weg von seiner angestammten Rolle des reinen Rezipienten. Die transportierten Meinungen und Fakten in knapp 200.000 deutschsprachigen und etwa 60 Millionen Weblogs weltweit, implizieren eine Unmenge an Risiken und Chancen für Unternehmen. [...]

Die Herausforderung für die Öffentlichkeitsarbeit liegt dabei in der radikalen Transparenz begründet, die diese Entwicklungen hervorrufen. [...] Sobald sich ein Foto oder Text erst einmal im Netz befindet, ist es kaum mehr möglich, derartige Inhalte wieder vollständig zu entfernen. Die Hauptaufgabe für die Unternehmens-PR besteht folglich darin, eine Art „Blogger-Relations- und Community-Management zu etablieren“ und zu optimieren.

Und selbst der konservativste Schwabe dürfte unter „Blogger-Relations-Management“ nicht das unerbittliche Eintreiben von existenzbedrohenden Geldstrafen verstehen. Basisnähe hat JAKO einst groß gemacht. Es ist „allerhögschde“ Eisenbahn, dass sich das Unternehmen wieder auf diese Kernkompetenz besinnt. Krisenkommunikation anyone?

Ich fordere die Verantwortlichen von JAKO daher auf, die lebensfremden Vorwürfe an Frank Baade zurückzunehmen und auf die Einforderung der Geldstrafe zu verzichten.

Alle Leser bitte ich, diesen Sachverhalt auf ihren eigenen Blogs, in Internetforen oder per twitter publik zu machen.

Artikelübersicht zum Thema (wird ständig aktualisiert):

Bookmark and Share


Öffnendes geschwungenes Anführungszeichen

21. August 2009

In eigener Sache: Bitte nicht wundern, dass hier in den Beiträgen gleich mehrmals diese -> „Ungereimtheit“ zu lesen ist. Pudels Kern findet sich hier.

Mehr als abwarten und auf eine Problembeseitigung durch WordPress hoffen ist momental wohl nicht drin.


Deutschlandkarte 01: Das Herz…

17. August 2009

…des deutschen Fußballs schlägt nicht im Westen, wie Franz Beckenbauer 1997 behauptet hat, sondern im Norden der Republik. Zu diesem Ergebnis kommt, wer die im überregionalen Fußball aktiven Teams der 16 Bundesländer zählt, je nach Höhe der Spielklasse bewertet und die Summe mit der Einwohnerzahl ins Verhältnis setzt.

Folgende Punkteskala kam dabei zur Anwendung:

  • 1. Bundesliga: 4 Punkte
  • 2. Bundesliga: 3 Punkte
  • 3. Liga: 2 Punkte
  • Regionalliga: 1 Punkt

Da sie ihre Heimspiele zumeist unter Ausschluss der Öffentlichkeit austragen und so nur eine äußerst geringe fußballkulturelle Tragweite besitzen, habe ich den Reserveteams der Profiteams nur jeweils den halben Wert zugesprochen.

Bremen führt die Abschlusstabelle mit deutlichem Vorsprung an (sortiert nach Punkte/Mio. Einwohner):

Land Teams Einw. (Mio.) Punkte Punkte/Mio.
1. Bremen 3 0,663 6 9,050
2. Hamburg 4 1,771 8 4,517
3. RLP 7 4,046 13 3,213
4. NRW 26 17,997 56 3,112
5. Berlin 5 3,416 9,5 2,781
6. Ba-Wü 16 10,750 28 2,605
7. Bayern 15,5* 12,520 30 2,396
8. Hessen 8,5* 6,073 14,5 2,388
9. Thüringen 3 2,289 5 2,184
10. MVP 2 1,680 3,5 2,083
11. Saarland 2 1,037 2 1,929
12. NS 8 7,972 15 1,882
13. BB 2 2,536 4 1,577
14. Sachsen 4 4,220 6 1,422
15. SH 2 2,837 3 1,057
16. SA 2 2,412 2 0,829
Prüfsumme 110 82,219

* Der Regionalliga-Süd-Aufsteiger FC Bayern Alzenau ist zwar, Nomen est Omen, geographisch in Bayern beheimatet, nimmt aber traditionell am Spielbetrieb des Hessischen Fußballverbandes (vgl. Viktoria Aschaffenburg) teil. Von daher habe ich ganz salomonisch jeweils einen halben Punkt an die beiden Bundesländer verteilt.

Als Infografik aufbereitet, ergibt sich folgendes hübsche Bild:

deutschlandkarte01

Punkte / Mio. Einwohner ≥ 4
Punkte / Mio. Einwohner ≥ 3
Punkte / Mio. Einwohner ≥ 2
Punkte / Mio. Einwohner ≥ 1
Punkte / Mio. Einwohner < 1

Dass die Stadtstaaten Bremen und Hamburg in diesen Vergleich die Bestnoten kassieren, ist wenig überraschend. Verblüfft hat mich hingegen – vom reinen Bauchgefühl her – der dritte Platz von Rheinland-Pfalz, gleichzeitig Spitzenreiter unter den Flächenländern.

Das Durchschnitts-Land kann 6,875 Teams im bezahlten Fußball und 5,139 Millionen Einwohner vorweisen, erzielt nach unserer Rechnung 12,844 Punkte und kommt so nach Adam Riese auf einen Quotienten von 2,499. Hessen kommt diesen Daten erstaunlich nahe. Überdurchschnittlich gut  fällt mit 4,003 hingegen das Divisionsergebnis des außer Konkurrenz gestarteten Ruhrgebiets  aus.

Anzumerken wäre noch, dass diese Rangordnung auch von der verwendeten Punkteskala abhängt und natürlich nicht in Stein gemeisselt ist. Ein Aufstieg vom 1. FC Magdeburg oder Chemie Halle, und Schleswig-Holstein kann sich vielleicht in der nächsten Saison damit rühmen, Deutschlands Fußball-Diaspora Nr. 1 zu sein.

+++ Update +++

Hier gibt es die Gesamtübersicht der Punkteverteilung als Google-Doc.


Links KW 32 2009

3. August 2009

Links KW 26 2009

26. Juni 2009