Mit Essen spielt man nicht

18. November 2009

Es ist ja nicht so, dass Namensänderungen im Fußball neu oder prinzipiell etwas Besonderes wären.  In Fürth mussten Fußballinteressierte in jüngerer Vergangenheit aber ganz besonders tapfer sein. Die stolze „SpVgg“ wurde 1996 durch das geistreich abgewandelte Endmorphem eines mittelfränkischen Marktes ins Abseits gedrängt, ein Jahr später kaperten  Kunststoff-Spielfiguren den über 80 Jahre alten Rohnhof.

Die Playmobil-Regentschaft neigt sich nun dem Ende entgegen. Adäquaten Ersatz hat der Club in einem ortsansässigen Süßwarenhersteller  bereits gefunden: Ab kommender Saison wird die Spielstätte unter „Trolli Arena“ firmieren. Doch egal ob das Ding nun nach Plastik-Männchen oder Fruchtgummi-Leckereien benannt ist – eines dürfte den „Füddan“ sicher sein: Hohn und Spott gegnerischer Fans. Auch eine Art von Tradition.

TRO-LLI-A-RE-NA. Trolli…

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Whatever

6. November 2009

Immer dran denken:

„Winning doesn’t really matter as long as you win!“ (Vinnie Jones)

Schönes Wochenende!

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Links KW 44 2009 #S04

29. Oktober 2009

Zur Rechten: Zeit

28. Oktober 2009

Immer wieder mal mache ich mir Gedanken, was denn so der stumpfste Stumpfsinn ist, den die Mikrophonartisten im Zirkus Fußball regelmäßig von sich geben. Ist es vielleicht der Schuss, der „gepasst hätte“, obwohl er 40 cm am Pfosten vorbeigezischt ist? Ebenfalls in der Verlosung: Die in der Luft schwebende „Pokalsensation“ bei völliger Ignorierung der 1:0-Führung des freilich nicht besonders gut und im Ligaalltag eine Klasse höher spielenden Favoriten.

Der Zuschlag geht nun aber aus aktuellem Anlass an eine andere Phrase, die mir durch Thomas Helmer ins Gedächtnis gerufen wurde. Es geschah im Anschluss an das epochale Ostwestfalenderby, als der Teilzeitjournalist die beiden Übungsleiter zum Gespräch bat. Wie das eben  so abläuft, nach dem traditionsreichen Montagabendspiel im DSF.

Ob denn die Schlappe gegen Arminia Bielefeld vielleicht so eine war, wollte Helmer, im Hauptberuf Verkäufer von kostenlosen Türkeireisen*, vom Trainer des SC Paderborn wissen. Die Rede ist von der berühmten „Niederlage zur rechten Zeit“.

Man mag es sich kaum ausmalen, welch Qualen die Fans eines Teams erleiden müssten, bei dem sich jene gut getimte Abfuhr ums Verrecken nicht einstellen will, das diesem so aufrüttelnden Schuss vor den Bug ein ums andere mal ausweichen kann. Eine komplette Saison lang nicht zu verlieren – das wünscht man doch noch nicht einmal Anhängern des FC Bayern.

*jeder Anrufer gewinnt


Wie ein Titan im Zuchthaus

15. September 2009
Oliver Kahn

Foto: obs/Kinderhilfe Organtransplantation

Oliver Kahn hat nicht nur ein Herz für kranke Kinder (s. Foto links), auch die Schicksale junger Strafgefangener lassen ihn nicht kalt. Jedenfalls ließ es sich der 40-Jährige nicht nehmen, zum Finale des Gefängnis-Fußballturniers „Anstoß für ein neues Leben“ persönlich in der JVA Siegburg vorbeizuschauen.

»Der Erfolg ist die Summe aller Niederlagen«, referierte der ZDF-Experte dort ungewohnt esoterisch. Etwas unpoetischer fiel hingegen die Antwort auf die Frage nach seinem Erfolgsgeheimnis aus: »Ich habe immer wie ein Bekloppter trainiert.«

Das Erstaunlichste an diesem pressewirksamen Auftritt war allerdings die Grandezza, mit der Kahn seinen schnittigen Luxusboliden durch das Eingangstor der Haftanstalt manövrierte. Demnächst taucht der hochsensible Ex-Profi vermutlich mit einer Familienpackung Vanilleeis unterm Arm im Diät-Camp auf.

Für dieses grobe Foul bekam der dreimalige Welttorhüter dann auch umgehend die verdiente und offenbar nicht mehr ganz so frische Quittung präsentiert. Der unbekannte Zelleninsasse hat für diesen punktgenauen Kunstwurf sicher lange geübt. Vielleicht sogar wie ein Bekloppter.

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Juristische Salti in Solingen

7. September 2009

Eine kleine Geschichte aus meiner dritten Heimat, die wohl mangels sportlicher Bedeutsamkeit nicht den Weg in überregionale Medien finden wird. Sie ist es dennoch wert, erzählt zu werden.

Am 2. Spieltag der sechstklassigen Niederrheinliga empfing Union Solingen die Reserve des Wuppertaler SV. Mit 3:1 konnten die Gäste dieses bergische Duell für sich entscheiden. Doch die schon sicher geglaubten Punkte stehen durch einen simplen Einwurf wieder auf dem Spiel.

Simpel ist vielleicht der falsche Ausdruck – geradezu akrobatisch feuerte Solingens Tim Vodeb das Spielgerät in der 61. Spielminute gen Wuppertaler Gehäuse. Doch der spektakuläre Salto, oder besser Handstandüberschlag (zum Vergleich), fand beim diensthabenden Kampfrichter wenig Anklang.

Einen „falschen Einwurf“ zu verfügen, wäre sicher noch im Ermessensspielraum des Unparteischen gewesen. Dieser entschied sich aber stattdessen dafür, den Turner zu verwarnen und dem Gegner einen indirekten Freistoß zuzusprechen. Ein verhängnisvolles Fehlurteil: Wuppertal gelang direkt im Anschluss das vorentscheidende 2:1.

Der Fußballverband Niederrhein entsprach nun dem rasch erfolgten Protest der erbosten Klingenstädter. Der abgeschlagene Tabellenletzte bekommt folglich eine zweite Chance, gegen den Lokalrivalen seine ersten Punkte einzufahren und profitiert dabei auch von einem weiteren kuriosen Begleiterscheinung.

Zwei Spieler des langjährigen Zweitligisten, darunter auch der Akrobat selbst, stehen im Verdacht, ohne Spielberechtigung angetreten zu sein. Da der WSV seinerseits – als sportlicher Sieger wenig überraschend – auf eine sportgerichtliche Intervention verzichtet hat, steht einer Neuaustragung (Termin offen) wohl nichts im Wege. Vermutlich könnte nur ein Machtwort der FIFA noch für eine Wende sorgen. Ob man in Zürich wohl das Solinger Tageblatt abboniert hat?

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Zweiflügler und Rüsseltiere in Hollenbach

1. September 2009
elefant

© Janine Grab-Bolliger / PIXELIO

Vor gut 20 Jahren begann tief in der württembergischen Provinz die Erfolgsgeschichte eines Sportartikelproduzenten. Was in einer Garage mit vier Trainingsanzügen seinen bescheidenen Anfang nahm, hat sich zum mittlerweile zweitgrößten deutschen Hersteller für Teamsportbekleidung entwickelt.

Preiswerte Trikotsätze + Agieren auf Augenhöhe der Basis (Sportvereine) = Millionenumsätze für JAKO, so lautet die unternehmerische Zauberformel. Während Marketing und Vertrieb also ihre Aufgaben erledigen, läuft es in der PR-Abteilung, sofern vorhanden, scheinbar weniger flüssig:

In einem Artikel hat ein bekannter Fußballblogger das Aussehen des neugestalteten JAKO-Logos auf launige Art und Weise kritisiert. Dieser mittlerweile per Abmahnung ausradierte Blog-Eintrag ist nun auf einem (mir) völlig unbekannten Newsaggregator erneut aufgetaucht.

Das rief wiederum die emsigen JAKO-Anwälte auf den Plan, die dadurch eine von Trainer Baade abgegebene Unterlassungserklärung verletzt sahen. Dass das Zueigenmachen des eigenen Contents durch externe Seiten, sei es durch Zitation oder Indizierung, wohl kaum im Einflussbereich des Urhebers liegt, dürfte nach gesundem Menschenverstand eigentlich klar sein. Eigentlich. Zwischen Jagst und Kocher verlangt man dessenungeachtet aber eine Strafzahlung in Höhe von 5.100,- EUR.

Soweit die Kurzfassung eines ungeheuerlichen Vorgangs, auf den ich erst durch den wirklich lesenswerten Text auf AAS aufmerksam wurde. Erlebt die deutsche Bloogsphäre gegenwärtig nach Jamba und der Bahn das nächste Unternehmen, das in ein zwopunktnulliges PR-Desaster schlittert? Es sieht schwer danach aus.

Soweit hätte es niemals kommen müssen. Selbst an Orten wo kein gesunder Menschenverstand zu Hause ist, kann durch vernünftiges Monitoring und Issues Management das Schlimmste – sprich: ein Negativimage und Schädigung der eigenen Marke – verhindert werden. Der Kommunikationswissenschaftler Klaus Merten definiert Issues Management wie folgt:

IM ist die strategisch geplante Entdeckung, Analyse und Behandlung von unvorhersehbar, aber laufend eintretenden Bedingungen mit latenten öffentlichen Wirkungspotentialen in Form von neuen Schlagworten, Ideen, Themen, Ereignissen oder Problemen, die von den Medien thematisiert werden und in dem Maße soziale Wucht und temporale Dynamik entfalten, in dem handlungsrelevante Bezüge zu Personen, Organisationen und Institutionen hergestellt werden.

Nun stellt sich die Frage, ob ein unliebsamer, aber nur von ca. 400 Menschen gelesener Blogeintrag überhaupt schon ein Issue darstellt. Vielleicht, vielleicht auch nicht. Sicher bin ich mir hingegen, dass es am besten gewesen wäre,

ihn über die eigene Verärgerung zu informieren und meinetwegen auch zu bitten, den Text zu entschärfen oder gar zu entfernen.

Spätestens nach der Löschung des Artikels und der abgegebenen Erklärung hätte das Thema aber abgehakt sein sollen, abgehakt sein müssen. Wie hier aus einer winzigen Issue-Mücke ein riesiger Problem-Elefant  gemacht wird, ist schon abenteuerlich. Da ich durch eine vor etwas über einem Jahr verfasste Seminararbeit einigermaßen im Thema drin bin, erlaube ich mir mal einen altklugen Ratschlag (das Fazit aus besagter Arbeit) an JAKO:

Schlagworte wie „Web 2.0″, „User generated Content“ oder „Social Software“ sind in aller Munde. Blogs im Speziellen und das Internet im Allgemeinen haben für eine Emanzipation des Kunden gesorgt – weg von seiner angestammten Rolle des reinen Rezipienten. Die transportierten Meinungen und Fakten in knapp 200.000 deutschsprachigen und etwa 60 Millionen Weblogs weltweit, implizieren eine Unmenge an Risiken und Chancen für Unternehmen. [...]

Die Herausforderung für die Öffentlichkeitsarbeit liegt dabei in der radikalen Transparenz begründet, die diese Entwicklungen hervorrufen. [...] Sobald sich ein Foto oder Text erst einmal im Netz befindet, ist es kaum mehr möglich, derartige Inhalte wieder vollständig zu entfernen. Die Hauptaufgabe für die Unternehmens-PR besteht folglich darin, eine Art „Blogger-Relations- und Community-Management zu etablieren“ und zu optimieren.

Und selbst der konservativste Schwabe dürfte unter „Blogger-Relations-Management“ nicht das unerbittliche Eintreiben von existenzbedrohenden Geldstrafen verstehen. Basisnähe hat JAKO einst groß gemacht. Es ist „allerhögschde“ Eisenbahn, dass sich das Unternehmen wieder auf diese Kernkompetenz besinnt. Krisenkommunikation anyone?

Ich fordere die Verantwortlichen von JAKO daher auf, die lebensfremden Vorwürfe an Frank Baade zurückzunehmen und auf die Einforderung der Geldstrafe zu verzichten.

Alle Leser bitte ich, diesen Sachverhalt auf ihren eigenen Blogs, in Internetforen oder per twitter publik zu machen.

Artikelübersicht zum Thema (wird ständig aktualisiert):

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Das Wunderteam: Nur noch 10

26. August 2009

Stürmer von internationalem Format waren in Österreich einst Legion. Doch die fetten Jahre schienen längst vorbei, spätestens seit dem Karriere-Ende von Toni Polster.

Momentan hat Rapid-Angreifer Stefan Maierhofer aber beste Chancen, in die riesigen Fußstapfen von Sindelar, Krankl und Co. zu treten. Leider muss der 27-jährige Edeltechniker in der Nationalmannschaft die Kohlen quasi alleine aus dem Feuer holen.

Der Ex-Bayer wirkt ob seiner individuellen Klasse oftmals wie ein Fremdkörper in einer Mannschaft von drittklassigen Spielzerstörern. Auf ein neues Wunderteam müssen die leidgeplagten Fans wohl noch ein bisschen länger warten.

Dieser Zusammenschnitt der unglücklichen 0:2-Niederlage in Litauen beweist jedenfalls eindrucksvoll, wie überfordert die Grobmotoriker im Mitspieler-Pelz mit seinen genialen Körpertäuschungen ohne Ball oder den butterweichen Kopfballverlängerungen sind.


Öffnendes geschwungenes Anführungszeichen

21. August 2009

In eigener Sache: Bitte nicht wundern, dass hier in den Beiträgen gleich mehrmals diese -> „Ungereimtheit“ zu lesen ist. Pudels Kern findet sich hier.

Mehr als abwarten und auf eine Problembeseitigung durch WordPress hoffen ist momental wohl nicht drin.


Links KW 33 2009

13. August 2009