Links KW 33 2009

13. August 2009


Buchstabensuppe als Astronautennahrung

25. Januar 2009

Tolle Sache, wenn ein Erotiksender gleich zwei Spiele im FA-Cup live überträgt. Noch besser, wenn der Everybody-gutfind-Club Liverpool nicht über ein 1:1 gegen den Stadtrivalen Everton hinauskommt. Für das Highlight des 208. Merseyside-Derby sorgte allerdings nicht etwa einer der Stars auf dem Rasen, sondern der Kommentator (Name erfolgreich verdrängt) des DSF. Mit sicherem Gespür für den ganz feinen Wortwitz schwadronierte dieser munter über Martin Škrteľ, Abwehrspieler in Diensten der Reds. Immerhin weiss ich nun, dass der komplizierte Nachname des Slowaken fast ausschließlich aus „Kosmonauten“ besteht.


Die großartigsten Vereins-Maskottchen (02)

11. Januar 2009

Teil 1

Die zweite Etappe unserer Reise in die Welt der Maskottchen führt uns nach good old England.

6. Birmingham City

Die eher unspektakuläre Hundefigur „Beau Brummie“ löste 1997 eine blaue Nase (!) als Glücksbringer der Blues ab.

7. Blackburn Rovers

Ein blau-weißer Löwe mit pumucklroter Mähne – das kann eigentlich nur bescheuert aussehen? Stimmt.

8. Derby County

Konsequentes Corporate Design in Derby.
Spitzname des Vereins: The Rams („Die Schafböcke“)
Im Wappen: Ein Schafbock
Das Maskottchen: Ein …

9. Bolton Wanderers

Unbestätigten Gerüchten zufolge haben die Wanderers Goleo aus dem Maskottchen-Ruhestand reaktiviert und ihm endlich eine Hose verpasst.

10. Eastbourne Borough

Beim Fünftligisten von der Südküste versucht eine Eule mit Uni-Abschluss den vermeintlichen Proletensport intellektuell zu unterwandern. „Ollie the Owl“ würde daher auch ganz gut zum SC Freiburg passen.


Vorbild Preston: National Football Museum

6. Januar 2009

Wohin vergibt der DFB sein offizielles Fußballmuseum? Diese Frage bewegt bereits seit Monaten die Fans in der Region. Nach dem Ausscheiden von Köln und Oberhausen sind nur noch zwei Kandidaten übrig geblieben: Gelsenkirchen und eine andere Großstadt im Ruhrgebiet. Ende Januar wollen die mächtigen alten Männer in Frankfurt (angeblich) endlich eine Entscheidung treffen. Es bleibt also noch ein wenig Zeit, um den Blick gen Insel zu richten, wo der älteste Fußballverband der Welt eine vergleichbare Einrichtung betreibt:

Die Saison 1888/89 sollte zur erfolgreichsten überhaupt in der wechselhaften Geschichte des Preston North End FC werden. Die allererste Austragung der englischen Fußballmeisterschaft konnte das fortan „The Invincibles“ genannte Team ungeschlagen für sich entscheiden, den FA-Cup sicherten sich die „Unbesiegbaren“ ohne einen einzigen Gegentreffer. Den Cup musste der erste Double-Gewinner zwölf Monate später zwar den Blackburn Rovers überlassen, den Meistertitel konnte die legendäre Truppe aber verteidigen. Danach gewann PNE die Trophäe allerdings nie wieder. Seit über 118 Jahren warten „The Lilywhites“ nun also schon auf den Titel – da soll noch mal jemand über Schalke oder Newcastle lästern.

Der Ruhm dieser frühen Erfolge ist dementsprechend ein wenig verblasst. Der 1881 gegründete Verein hat Jahrzehnte des sportlichen Siechtums hinter sich und schrammte in den 80ern nur knapp am Verlust des Profistatus vorbei. Pünktlich zum Jahrtausendwechsel erlebte PNE allerdings so etwas wie eine kleine Renaissance und die damit verbundene Rückkehr auf die englische Fußball-Landkarte. Als souveräner Meister gelang nach beinahe 20 Spielzeiten der Wiederaufstieg in die zweite Liga, in der sich der Club inzwischen etabliert hat.

Die Football Association hingegen hatte ihren ersten Titelträger offensichtlich nie vergessen. Nicht etwa London, Manchester oder Liverpool, sondern die vergleichsweise kleine Universitätsstadt in der Grafschaft Lancashire wurde als idealer Standort für das nationale Fußballmuseum auserkoren. Und so beherbergt Prestons von 1996 bis 2008 komplett umgebautes Stadion „Deepdale“ seit Februar 2001 die vielleicht beeindruckendste Ansammlung an Fußballdevotionalien überhaupt.

Explizit auf die verschiedenen Exponate einzugehen, würde hier jetzt sicherlich den Rahmen sprengen. Empfehlenswert ist vor allem der Streifzug durch das „First Half“ genannte Erdgeschoss, welches hauptsächlich den Anfängen des Spiels gewidmet ist. Darüber hinaus huldigt die Dauerausstellung „The English Football Hall of Fame“ einer erlesenen Auswahl ehemaliger Spieler und Manager. Eine Etage höher laden interaktive Stationen zum Mitmachen ein. Eine kleine Aussichtsplattform erlaubt außerdem einen tollen Einblick in das Innere der traditionsreichen Spielstätte:

deepdale1

Alan Kelly Stand, eine der Hintertortribünen

Ein Besuch lohnt sich auf jeden Fall, ganz egal ob zufällig in der Gegend oder ganz bewußt dem runden Leder auf der Insel hinterherjagend. Darüber hinaus ist der Eintritt – es geschehen noch Zeichen und Wunder in der Heimat von Nepp und Abzocke – kostenlos. Bitte nachmachen, lieber DFB.

Und jetzt: Daumen drücken für die Fußballhauptstadt im Pott!


Einstürzende Neubauten

31. Dezember 2008

Zum Abschluss eines ereignisreichen (Fußball-)Jahres gibt es noch eine nette Geschichte von der Insel zu erzählen:

Der Darlington FC ist ein chronisch erfolgloser Viertligist aus dem Nordosten Englands. Das muss sich ändern, dachte sich Anfang des Jahrtausends wohl der damalige Chairman George Reynolds. Und was macht ein ambitionierter Vereinsboss in so einer Situation? Richtig, er plant den Bau eines neuen Stadions auf der grünen Wiese. Klotzen statt kleckern lautete offensichtlich die Devise des mittlerweile 71-jährigen Geschäftsmannes, dem ein ausnehmend halbseidener Ruf vorauseilt. Statt, wie üblich auf diesem sportlichen Level, 8 000 – 12 000 (mit der Möglichkeit einer späteren Erweiterung im Erfolgsfall) sollte das Prachtstück satte 25 500 Fans aufnehmen können.

2003 konnte die Einweihung gefeiert werden, Kostenpunkt: 20 Millionen britische Pfund. Doch damit nicht genug – auf sage und schreibe 60 000 Plätze wollte er sein Baby ausbauen, sollte der Verein erst einmal die Premier League erreicht haben. Gänzlich unbescheiden zeigte sich der kühne Visionär auch bei der Namensgebung (s. Hopp, Dietmar): „Reynolds Arena“ lautete die erste offizielle Bezeichnung des Schmuckkästchens. Immerhin 11 600 Menschen wohnten dem Eröffnungsspiel gegen die Kidderminster Harriers bei. So viele kamen danach nie wieder. Nicht einmal annähernd. Die durchschnittlichen Zuschauerzahlen seit dem Umzug lesen sich ernüchternd:

  • 2003/2004: 5 022 (League Two)
  • 2004/2005: 4 083 (League Two)
  • 2005/2006: 4 199 (League Two)
  • 2006/2007: 3 819 (League Two)
  • 2007/2008: 3 818 (League Two)

Bereits im April 2004, ein Dreivierteljahr nach seiner feierlichen Eröffnung, erhielt das Stadion den neuen, äußerst originellen Namen „The New Stadium“. Was war passiert? Darlington musste im Dezember 2003 Insolvenz beantragen und nur kurze Zeit später wanderte Reynolds, mittlerweile selbst bankrott, zudem wegen Geldwäsche hinter schwedische Gardinen. Der einst gefeierte Sonnenkönig hinterließ einen Scherbenhaufen.

Zwar hat sich die Lage inzwischen stabilisiert, doch nach wie vor schweben finanzielle Probleme und eine überschaubare sportliche Perspektive wie ein Damoklesschwert über den „Quakers“. Die Spielstätte firmiert mittlerweile unter einem kryptischen Sponsorennamen, bereits der dritte in der Post-Reynolds-Ära. Der Immobilienkönig George Houghton leitet momentan die Geschicke des angeschlagenen Clubs. Und was macht ein ambitionierter Vereinsboss in so einer schwierigen Situation? Richtig, er träumt von Zusatzeinnahmen, etwa durch ein Stadionhotel, VIP-Logen oder die Vermietung von Verkaufsflächen. Um dafür Platz zu schaffen müsste lediglich eine Tribüne des Stadions abgerissen werden. Der schicke All-Seater sei sowieso zu groß. Selbst in der zweiten Liga könne Darlington keine 25 000 Zuschauer mobilisieren, gibt Houghton zu bedenken. Eine nicht besonders gewagte These, angesichts einer Kapazitätsauslastung von unter 17 % über die letzten fünf Jahre. Die Frage, woher auf einmal die Massen an VIPs und Hotelgästen zu einem erwiesenermaßen unattraktiven Provinzclub strömen sollen, ließ der Präsident allerdings offen.

Die Fans spaltet dieses Vorhaben in zwei Lager. Viele haben Bedenken, dass sich die Atmosphäre bei Heimspielen durch den Umbau drastisch verschlechtern könnte. Wobei verwaiste VIP-Logen wohl auch nicht unbedingt weniger Stimmung machen dürften als 20 000 nicht besetzte Sitzschalen.


Alle Lampen an

16. Dezember 2008

Weihnachstfeier bei Man United. Da blieb scheinbar kein Auge trocken. Mein Favorit ist übrigens Paul Scholes, den hätte ich ohne BU überhaupt nicht erkannt – Bilder sagen mehr als Tausend Worte…


Freiheit für Spielpläne

17. Juni 2007

Eine Fanseite erhält eine Abmahnung für das Verkünden des Spielplans der neuen Saison. Lächerlich? Undenkbar? Nicht im Mutterland des Fußballs Schwachsinns.

Football DataCo Ltd is a British company that grants licenses to third parties allowing them to reproduce certain intellectual property such as fixture lists and statistics. Football DataCo is wholly owned by FA Premier League and The Football League.

Fans have 3 options…..

1) Become the clubs nominated fanzine and get a licence for the fixtures for £1 + VAT and a delivery charge to your site £104 + VAT, delivery via email!
A total of £123

2) Get authorisation from the club to use their fixtures in isolation. This would be £266+VAT plus delivery charge
A total of £435

3) Without authorisation from the club you must buy fixtures for all clubs – this is £4244+VAT for the licence and £5200+VAT for delivery
A total of nearly £12,000

Webmaster können also die Ansetzungen ihres Lieblingsclubs „kaufen“ und veröffentlichen. Im günstigsten Fall sind £ 123 (ca. 186 EUR) zu entrichten, wovon der Löwenanteil von knapp £ 122 als Versandkosten ausgewiesen ist. Versand per e-mail versteht sich. Hoffentlich liest die DFL nicht mit.

Weiter Informationen und eine Petition (auch wenn ich davon eigentlich kein großer Fan bin) zum Eintragen finden sich hier: Freethefixtures.com


Oldham Athletic v Doncaster Rovers

14. März 2007

League One – 06/07
Oldham Athletic AFC – Doncaster Rovers FC
4:0 (1:0)
11.03.07, Boundary Park (Oldham, England)
6.619 Zuschauer (1.303 Gäste)

Zum Abschluss folgte noch ein Match in der Legue One genannten dritten Liga. Und trotz vier Toren war es ein sehr langweiliger Nachmittag. So macht Fußball in England keinen Spaß.


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Middlesbrough v Manchester United

13. März 2007

FA Cup – 06/07
Middlesbrough FC – Manchester United FC
2:2 (1:1)
10.03.07, Riverside Stadium (Middlesbrough, England)
33.308 Zuschauer (4.000 Gäste)

Den Höhepunkt unserer kleinen England-Reise bildete dieser Knaller im FA-Cup. United präsentierte seine beste Elf inklusive Henrik Larsson und Ryan Giggs. Der Erstgenannte hatte seinen letzten Auftritt für die Red Devils und wurde daher vom phantastischen Gästeblock frenetisch gefeiert. Im Wiederholungsspiel sollte der tapfer kämpfende Aussenseiter dann keine Chance haben.


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