Schreib dich nicht ab
30. September 2009…sondern eine Kolumne in einem Internetfanzine!
Genau das macht gerade Borussia Dortmunds Neuzugang Kevin. Der Ausnahmestürmer greift dabei nicht selbst zur Tastatur, nein, er lässt die klugen Texte stets von dubiosen Ghostwritern mit ominösen Nicknames „aufzeichnen“. Wer ja auch noch schöhner sich dem knochenharten Profi alltag mit unsinnigen Gedöns wie Gramatick und Interpunktion zusetzlich vermiehsen zu laßen
Es ist schließlich schlimm genug, sieben Jahre lang den Ressentiments überforderter Grundschullehrerinnen ausgeliefert gewesen zu sein:
Doch die Höchststrafe für Kinder lautet nach Ansicht der Grundschulpädagogen Kevin. Er führt die Rangliste der unbeliebten Namen an, gilt als verhaltensauffällig und leistungsschwach. Eine befragte Lehrerin kommentierte: „Kevin ist kein Name, sondern eine Diagnose.“
Klingt nach einem einzigen Spießrutenlauf. Ist es da verwunderlich, dass Kevin seine Jugend in Dortmunds Banlieus komplett in schwarzgelbe Lumpen Fanartikel gehüllt verbrachte? Seine Wochenenden auf dem Idiotenhügel im Süden des SI-Parks vergeudete? Seinen Hass auf Schalke radebrechend in die weite Fußballwelt hinausblöken muss? Ellenbogenschläge spürt, wo gar keine waren?
Zudem hatte der bemitleidenswerte Lokalheld bislang auch noch keine Gelegenheit, der Liebe zu seiner KGaA körperlichen Ausdruck zu verleihen. Wie gerne würde er wohl der gestickten Bildmarke einmal ordentlich Zunge geben? Doch vor den Genuss prickelnder Textilerotik hat der liebe Fußballgott nunmal den Torerfolg gesetzt.
Es besteht aber noch Hoffnung auf Besserung – denn:
Die Gewinner heißen Maximilian und Marie, Lukas und Nele
Mit bislang 0 (in Worten: null) Treffern besitzt Kevin exakt die gleiche Quote wie sein Mannschaftskamerad Lucas. Und der ist, freilich mit ‘c’ geschrieben, immerhin der weltbeste Welttorjäger vom Dach.
Deutschlandkarte 02: Pokalträume
24. September 2009Analog zur ersten fußballdemographischen Deutschlandkarte möchte ich diesmal die Chancen unserer „Feierabendkicker“ auf eine Teilnahme im DFB-Pokal beleuchten. Oder anders ausgedrückt: Wieviele Amateurvereine dürfen die einzelnen Bundesländer pro Einwohner ins Rennen schicken?
Neben den vier Bestplatzierten der 3. Liga (Zweitvertretungen von Proficlubs dürfen seit einigen Jahren nicht mehr teilnehmen) qualifizieren sich 24 Vereine über die Pokalwettbewerbe der 21 DFB-Landesverbände. In den drei mitgliederstärksten Verbänden – das waren in den letzten Jahren stets Westfalen, Bayern und Niedersachsen – erhält auch der unterlegene Finalist einen Startplatz.
Auch hier hat Bremen wieder mit deutlichem Abstand die Nase vorn:
| Land | Einwohner | Verband1 | 3. Liga2 | Summe | Plätze/Ew. |
| Bremen | 0,663 | 1,00 | 0,00 | 1,00 | 1,508 |
| Saarland | 1,037 | 1,00 | 0,00 | 1,00 | 0,964 |
| Thüringen | 2,289 | 1,00 | 0,50 | 1,50 | 0,655 |
| Meck-Pomm | 1,680 | 1,00 | 0,00 | 1,00 | 0,595 |
| HH | 1,771 | 1,00 | 0,00 | 1,00 | 0,565 |
| RLP | 4,046 | 2,00 | 0,00 | 2,00 | 0,494 |
| SH | 2,837 | 1,00 | 0,25 | 1,25 | 0,441 |
| SA | 2,412 | 1,00 | 0,00 | 1,00 | 0,415 |
| Brandenburg | 2,536 | 1,00 | 0,00 | 1,00 | 0,394 |
| Sachsen | 4,220 | 1,00 | 0,50 | 1,50 | 0,355 |
| Ba-Wü | 10,750 | 3,00 | 0,50 | 3,50 | 0,326 |
| NS | 7,972 | 2,00 | 0,50 | 2,50 | 0,314 |
| Berlin | 3,416 | 1,00 | 0,00 | 1,00 | 0,293 |
| Hessen | 6,073 | 1,00 | 0,50 | 1,50 | 0,247 |
| Bayern | 12,520 | 2,00 | 1,00 | 3,00 | 0,240 |
| NRW | 17,997 | 4,00 | 0,25 | 4,25 | 0,236 |
1. Startplätze, die dem Bundesland durch die Verbandspokalwettbewerbe zustehen
2. Anzahl der Vereine, die das Land in der dritten Liga stellt / 16 Ligateilnehmer [20 - 4 Zweitvertretungen] * 4 Startplätze
In der beliebten „Wetterkarte“ dominieren diesmal Gelb- und Rottöne:

█ Plätze / Mio. Einwohner ≥ 1,00
█ Plätze / Mio. Einwohner ≥ 0,75
█ Plätze / Mio. Einwohner ≥ 0,50
█ Plätze / Mio. Einwohner ≥ 0,25
█ Plätze / Mio. Einwohner < 0,25
Soccer Fans
18. September 2009Egal ob Dauernörgler, Sitzplatzhooligan oder Selberspieler:
Schönes Fußballwochenende! (inspiriert durch nolookpass)
Stadien in Gelsenkirchen (04): Rotthausen
12. September 2009Name: Bezirkssportanlage „Auf der Reihe“
Adresse: Auf der Reihe 40, 45884 Gelsenkirchen-Rotthausen
Fassungsvermögen: ca. 4.500 (400 überdachte Sitzplätze)
Heimatverein(e): SSV/FCA Rotthausen 2000; DJK TuS 1910 Rotthausen
Zuschauerrekord: k. A.
Wie der Vereinsname schon vermuten lässt: Der SSV/FCA Rotthausen 2000 ist gerade einmal neun Jahre alt. Dabei war der Vorgängerverein Ende des letzten Jahrtausends einer der erfolgreichsten Amateurvereine der Stadt. Vier Spielzeiten tummelte sich der SV Rotthausen in der damals viertklassigen Oberliga Westfalen.
Nach dem 17. Spieltag der Saison 1999/2000 kam dann aber das abrupte Aus. Der Club aus dem Gelsenkirchener Süden sah sich gezwungen, Insolvenz an- und sich selbst vom Spielbetrieb abzumelden. Es folgte gar die komplette Auflösung des Vereins. Immerhin gab der notwendig gewordene Neubeginn den Vereinsverantwortlichen die Möglichkeit, einen kapitalen Fehler zu korrigieren:
Mit der Gründungssitzung wurde am 12.04.2000 ein neuer Verein gegründet. [...] Da die schwarz-gelben Farben in Gelsenkirchen nicht gerade beliebt sind, änderten sich auch die Vereinsfarben in blau-gelb.
Die Platzanlage teilt sich der Spiel- und Sportverein mit der DJK TuS 1910. Der sehr gepflegt wirkende Hauptplatz ist nur auf einer Längsseite ausgebaut. Das aber recht ordentlich in Gestalt einer gefälligen und von neun Stehplatzstufen gesäumten Tribüne.
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Teil 3: Stadion Lüttinghof (Hassel)
Teil 2: Fürstenbergstadion (Horst)
Teil 1: Bezirkssportanlage Oststraße (Erle)
Juristische Salti in Solingen
7. September 2009Eine kleine Geschichte aus meiner dritten Heimat, die wohl mangels sportlicher Bedeutsamkeit nicht den Weg in überregionale Medien finden wird. Sie ist es dennoch wert, erzählt zu werden.
Am 2. Spieltag der sechstklassigen Niederrheinliga empfing Union Solingen die Reserve des Wuppertaler SV. Mit 3:1 konnten die Gäste dieses bergische Duell für sich entscheiden. Doch die schon sicher geglaubten Punkte stehen durch einen simplen Einwurf wieder auf dem Spiel.
Simpel ist vielleicht der falsche Ausdruck – geradezu akrobatisch feuerte Solingens Tim Vodeb das Spielgerät in der 61. Spielminute gen Wuppertaler Gehäuse. Doch der spektakuläre Salto, oder besser Handstandüberschlag (zum Vergleich), fand beim diensthabenden Kampfrichter wenig Anklang.
Einen „falschen Einwurf“ zu verfügen, wäre sicher noch im Ermessensspielraum des Unparteischen gewesen. Dieser entschied sich aber stattdessen dafür, den Turner zu verwarnen und dem Gegner einen indirekten Freistoß zuzusprechen. Ein verhängnisvolles Fehlurteil: Wuppertal gelang direkt im Anschluss das vorentscheidende 2:1.
Der Fußballverband Niederrhein entsprach nun dem rasch erfolgten Protest der erbosten Klingenstädter. Der abgeschlagene Tabellenletzte bekommt folglich eine zweite Chance, gegen den Lokalrivalen seine ersten Punkte einzufahren und profitiert dabei auch von einem weiteren kuriosen Begleiterscheinung.
Zwei Spieler des langjährigen Zweitligisten, darunter auch der Akrobat selbst, stehen im Verdacht, ohne Spielberechtigung angetreten zu sein. Da der WSV seinerseits – als sportlicher Sieger wenig überraschend – auf eine sportgerichtliche Intervention verzichtet hat, steht einer Neuaustragung (Termin offen) wohl nichts im Wege. Vermutlich könnte nur ein Machtwort der FIFA noch für eine Wende sorgen. Ob man in Zürich wohl das Solinger Tageblatt abboniert hat?
Das Wunderteam: Nur noch 10
26. August 2009Stürmer von internationalem Format waren in Österreich einst Legion. Doch die fetten Jahre schienen längst vorbei, spätestens seit dem Karriere-Ende von Toni Polster.
Momentan hat Rapid-Angreifer Stefan Maierhofer aber beste Chancen, in die riesigen Fußstapfen von Sindelar, Krankl und Co. zu treten. Leider muss der 27-jährige Edeltechniker in der Nationalmannschaft die Kohlen quasi alleine aus dem Feuer holen.
Der Ex-Bayer wirkt ob seiner individuellen Klasse oftmals wie ein Fremdkörper in einer Mannschaft von drittklassigen Spielzerstörern. Auf ein neues Wunderteam müssen die leidgeplagten Fans wohl noch ein bisschen länger warten.
Dieser Zusammenschnitt der unglücklichen 0:2-Niederlage in Litauen beweist jedenfalls eindrucksvoll, wie überfordert die Grobmotoriker im Mitspieler-Pelz mit seinen genialen Körpertäuschungen ohne Ball oder den butterweichen Kopfballverlängerungen sind.
Nippon Galore
24. August 2009![]() |
3. Liga – 09/10 SV Sandhausen – 1. FC Heidenheim 3:0 (1:0) 15.08.09, Hardtwaldstadion (Sandhausen) 2.200 Zuschauer (ca. 150 Gäste) |
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Eine Stippvisite in Heidelberg ist, neben Neuschwanstein, der Pflichttermin für japanische Urlauber auf gemütlicher Europareise („40 Länder in 7 Tagen“). Das nur wenige Linienbusminuten entfernte Sandhausener Stadion dürfte hingegen nur in wenigen fernöstlichen Reiseführern vermerkt sein.
Dennoch wird dort und auf den Spielerbrüsten großflächig für die „Wurzel der Sonne“ geworben. In Landessprache sogar, die Hofnung stirbt eben bekanntlich zuletzt. Oder wie Konfuzius sagen würde:
Vielleicht tun sich für die geschäftstüchtigen Nordbadener zukünftig auch noch ganz andere Einnahmequellen auf. Nach einem äußerst gelungen Saisonstart belegt man nämlich einen der Spitzenplätze der 3. Liga. Harte DFL-Euro plus scheffelweise Touristen-Yen – es gibt schlimmere Perspektiven.
Spielberichte: HP Sandhausen | Kicker.de | HP Heidenheim
Links KW 33 2009
13. August 2009Die Angst der Spieler vor Schwulen-Hass (sueddeutsche.de)
Romario comes out of retirement at the age of 43 (guardian.co.uk)
Manager von Camridge Utd wirft hin – nach neun Tagen im Amt (bbc.co.uk)
Juristische Herzensangelegenheit (taz.de)
Simak: Alles nur ein Bluff? (kicker.de)
Die endlose Radsport-Krise
6. August 2009![]() |
3. Liga – 09/10 Wuppertaler SV – SSV Jahn Regensburg 2:2 (1:1) 29.07.09, Stadion am Zoo (Wuppertal) 4.870 Zuschauer (ca. 40 Gäste) |
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Bei meiner letzten Stippvisite am Zoo vor über sieben Jahren erinnerten die damals hinter den Toren existenten Steilkurven noch deutlich an die velosportive Vergangenheit der traditionsreichen Arena. In seiner jetzigen Form, mit seinen beiden an selber Stelle neugeschaffenen Tribünen präsentiert sich das Wuppertaler Stadion der Drittklassigkeit gleichwohl mehr als gewachsen. Die Gegengerade ist somit das letzte noch verbliebene Kuriosum. Ein Umbau dürfte aber wohl erst nach einem Aufstieg in die 2. Bundesliga ein Thema werden. Und der ist, nicht nur aus finanziellen Gründen, so schnell nicht in Sicht.
Zwar kann der WSV zweimal in Führung gehen, muss dann aber jeweils den etwas unglücklichen Ausgleich hinnehmen. Hauptverantwortlich dafür sind eklatante (wird dieses Wörtchen eigentlich auch außerhalb von Fußball-Kontexten verwendet?) Schwächen bei Standardsituationen. Wer aber ernsthaft drei Euro für einen Plastikbecher mit abgestandenem Mineralwasser verlangt, hat den Sieg dann auch einfach nicht verdient. Irgendwie.
Spielberichte: HP Wuppertal | Kicker.de | HP Regensburg

Verfasst von stadioncheck
Verfasst von stadioncheck
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