Mit Essen spielt man nicht

18. November 2009

Es ist ja nicht so, dass Namensänderungen im Fußball neu oder prinzipiell etwas Besonderes wären.  In Fürth mussten Fußballinteressierte in jüngerer Vergangenheit aber ganz besonders tapfer sein. Die stolze „SpVgg“ wurde 1996 durch das geistreich abgewandelte Endmorphem eines mittelfränkischen Marktes ins Abseits gedrängt, ein Jahr später kaperten  Kunststoff-Spielfiguren den über 80 Jahre alten Rohnhof.

Die Playmobil-Regentschaft neigt sich nun dem Ende entgegen. Adäquaten Ersatz hat der Club in einem ortsansässigen Süßwarenhersteller  bereits gefunden: Ab kommender Saison wird die Spielstätte unter „Trolli Arena“ firmieren. Doch egal ob das Ding nun nach Plastik-Männchen oder Fruchtgummi-Leckereien benannt ist – eines dürfte den „Füddan“ sicher sein: Hohn und Spott gegnerischer Fans. Auch eine Art von Tradition.

TRO-LLI-A-RE-NA. Trolli…

Bookmark and Share


Unersetzlich

10. November 2009

Eigentlich sollte morgen oder übermorgen an dieser Stelle ein  – momentan noch halbfertiger – Text über Torhüter im Karrierknick erscheinen. Mit einem  kurzen Absatz über Robert Enke. Als Beispiel dafür, wie torman mit harter Arbeit und guten Leistungen auch wieder aus einer Talsohle herauskommen kann.

Seine seelischen Tiefs konnte der 8-malige Nationalspieler augenscheinlich nie wirklich hinter sich lassen. Der plötzliche Tod Robert Enkes sorgt für Fassungslosigkeit. Über alle Vereinsgrenzen hinweg. Weil er so bescheiden, intelligent und unschnöselig, ja geradezu wohltuend normal wirkte. Die Fußballwelt hat heute ein großes Stück Menschlichkeit und vor allem einen großen Menschen verloren.

Viel Kraft seiner Familie und seinen Freunden.


Whatever

6. November 2009

Immer dran denken:

„Winning doesn’t really matter as long as you win!“ (Vinnie Jones)

Schönes Wochenende!

Bookmark and Share


Links KW 44 2009 #S04

29. Oktober 2009

Zur Rechten: Zeit

28. Oktober 2009

Immer wieder mal mache ich mir Gedanken, was denn so der stumpfste Stumpfsinn ist, den die Mikrophonartisten im Zirkus Fußball regelmäßig von sich geben. Ist es vielleicht der Schuss, der „gepasst hätte“, obwohl er 40 cm am Pfosten vorbeigezischt ist? Ebenfalls in der Verlosung: Die in der Luft schwebende „Pokalsensation“ bei völliger Ignorierung der 1:0-Führung des freilich nicht besonders gut und im Ligaalltag eine Klasse höher spielenden Favoriten.

Der Zuschlag geht nun aber aus aktuellem Anlass an eine andere Phrase, die mir durch Thomas Helmer ins Gedächtnis gerufen wurde. Es geschah im Anschluss an das epochale Ostwestfalenderby, als der Teilzeitjournalist die beiden Übungsleiter zum Gespräch bat. Wie das eben  so abläuft, nach dem traditionsreichen Montagabendspiel im DSF.

Ob denn die Schlappe gegen Arminia Bielefeld vielleicht so eine war, wollte Helmer, im Hauptberuf Verkäufer von kostenlosen Türkeireisen*, vom Trainer des SC Paderborn wissen. Die Rede ist von der berühmten „Niederlage zur rechten Zeit“.

Man mag es sich kaum ausmalen, welch Qualen die Fans eines Teams erleiden müssten, bei dem sich jene gut getimte Abfuhr ums Verrecken nicht einstellen will, das diesem so aufrüttelnden Schuss vor den Bug ein ums andere mal ausweichen kann. Eine komplette Saison lang nicht zu verlieren – das wünscht man doch noch nicht einmal Anhängern des FC Bayern.

*jeder Anrufer gewinnt


Links KW 41 2009

8. Oktober 2009

Die Vorlesungen haben wieder angefangen. Da ich mich erstmal ein wenig orientieren muss, gibt es diese Woche voraussichtlich nur einige kleine Hyperlink-Häppchen:

Sebastian Deisler: „Man muss härter sein als ich“ (zeit.de)

Der verrückte Tor-Optimist (argifutbol)

SPL unfazed by Old Firm exit talk (bbc.co.uk)

Amateurvereinswappenheraldiker, vereinigt Euch! (spielbeobachter)

Christian Wück ist „ein Computerfreak“ (11freunde.de)

Bookmark and Share


Signs – Zeichen

2. Oktober 2009

Gelsenkirchen. Ein Tag in Buer oder Erle ist immer auch ein bisschen blau und weiß gefärbt.

Sach mich, watt kann schöner sein!?

Bookmark and Share


Schreib dich nicht ab

30. September 2009

…sondern eine Kolumne in einem Internetfanzine!

Genau das macht gerade Borussia Dortmunds Neuzugang Kevin. Der Ausnahmestürmer greift dabei nicht selbst zur Tastatur, nein, er lässt die klugen Texte stets von dubiosen Ghostwritern mit ominösen Nicknames „aufzeichnen“. Wer ja auch noch schöhner sich dem knochenharten Profi alltag mit unsinnigen Gedöns wie Gramatick und Interpunktion zusetzlich vermiehsen zu laßen

Es ist schließlich schlimm genug, sieben Jahre lang den Ressentiments überforderter Grundschullehrerinnen ausgeliefert gewesen zu sein:

Doch die Höchststrafe für Kinder lautet nach Ansicht der Grundschulpädagogen Kevin. Er führt die Rangliste der unbeliebten Namen an, gilt als verhaltensauffällig und leistungsschwach. Eine befragte Lehrerin kommentierte: „Kevin ist kein Name, sondern eine Diagnose.“

Klingt nach einem einzigen Spießrutenlauf. Ist es da verwunderlich, dass Kevin seine Jugend in Dortmunds Banlieus komplett in schwarzgelbe Lumpen Fanartikel gehüllt verbrachte? Seine Wochenenden auf dem Idiotenhügel im  Süden des SI-Parks vergeudete? Seinen Hass auf Schalke radebrechend in die weite Fußballwelt hinausblöken muss? Ellenbogenschläge spürt, wo gar keine waren?

Zudem hatte der bemitleidenswerte Lokalheld bislang auch noch keine Gelegenheit, der Liebe zu seiner KGaA körperlichen Ausdruck zu verleihen. Wie gerne würde  er wohl der gestickten Bildmarke einmal ordentlich Zunge geben? Doch vor den Genuss prickelnder Textilerotik hat der liebe Fußballgott nunmal den Torerfolg gesetzt.

Es besteht aber noch Hoffnung auf Besserung – denn:

Die Gewinner heißen Maximilian und Marie, Lukas und Nele

Mit bislang 0 (in Worten: null) Treffern besitzt Kevin exakt die gleiche Quote wie sein Mannschaftskamerad Lucas. Und der ist, freilich mit ‘c’ geschrieben,  immerhin der weltbeste Welttorjäger vom Dach.

Bookmark and Share


Deutschlandkarte 02: Pokalträume

24. September 2009

Analog zur ersten fußballdemographischen Deutschlandkarte möchte ich diesmal die Chancen unserer „Feierabendkicker“ auf eine Teilnahme im DFB-Pokal beleuchten. Oder anders ausgedrückt: Wieviele Amateurvereine dürfen die einzelnen Bundesländer pro Einwohner ins Rennen schicken?

Neben den vier Bestplatzierten der 3. Liga (Zweitvertretungen von Proficlubs dürfen seit einigen Jahren nicht mehr teilnehmen) qualifizieren sich 24 Vereine über die Pokalwettbewerbe der 21 DFB-Landesverbände. In den drei mitgliederstärksten Verbänden – das waren in den letzten Jahren stets Westfalen, Bayern und Niedersachsen – erhält auch der unterlegene Finalist einen Startplatz.

Auch hier hat Bremen wieder mit deutlichem Abstand die Nase vorn:

Land Einwohner Verband1 3. Liga2 Summe Plätze/Ew.
Bremen 0,663 1,00 0,00 1,00 1,508
Saarland 1,037 1,00 0,00 1,00 0,964
Thüringen 2,289 1,00 0,50 1,50 0,655
Meck-Pomm 1,680 1,00 0,00 1,00 0,595
HH 1,771 1,00 0,00 1,00 0,565
RLP 4,046 2,00 0,00 2,00 0,494
SH 2,837 1,00 0,25 1,25 0,441
SA 2,412 1,00 0,00 1,00 0,415
Brandenburg 2,536 1,00 0,00 1,00 0,394
Sachsen 4,220 1,00 0,50 1,50 0,355
Ba-Wü 10,750 3,00 0,50 3,50 0,326
NS 7,972 2,00 0,50 2,50 0,314
Berlin 3,416 1,00 0,00 1,00 0,293
Hessen 6,073 1,00 0,50 1,50 0,247
Bayern 12,520 2,00 1,00 3,00 0,240
NRW 17,997 4,00 0,25 4,25 0,236

1. Startplätze, die dem Bundesland durch die Verbandspokalwettbewerbe zustehen
2. Anzahl der Vereine, die das Land in der dritten Liga stellt / 16 Ligateilnehmer [20 - 4 Zweitvertretungen] * 4 Startplätze

In der beliebten „Wetterkarte“ dominieren diesmal Gelb- und Rottöne:

deutschlandkarte02

Plätze / Mio. Einwohner ≥ 1,00
Plätze / Mio. Einwohner ≥ 0,75
Plätze / Mio. Einwohner ≥ 0,50
Plätze / Mio. Einwohner ≥ 0,25
Plätze / Mio. Einwohner < 0,25

Bookmark and Share


Soccer Fans

18. September 2009

Egal ob Dauernörgler, Sitzplatzhooligan oder Selberspieler:

opas

Schönes Fußballwochenende! (inspiriert durch nolookpass)

Bookmark and Share